Hansoen
HansiDummkopf
Carlos Brachland
JoTreibholz
Thomas Zwischenstuhl
Johannes vom Le-san
So habe ich gehört:
Eine kleine Gruppe - vielleicht 3 oder 4 - von Schülern des schrecklichsten
Bodhidharmas des 20sten Jahrhunderts, hatte sich auf den weiten Weg nach Indien, ebenfalls
unseres Jahrhunderts, wie auch seines dortigen Lehrers Prajnatara gemacht. Aber leider empfing
dieser sie nicht.
Das Anliegen der Schüler war, dem Prajnatara unseres Jahrhunderts von schwerwiegenden
Vorwürfen - wie etwa sexuellen Missbrauch von Schülerinnen oder finanziellen Missbrauch von Spenden-Geldern,
die die Frau dieses furchtbaren Bodhidharma unseres Jahrhunderts abgezweigt hatte, um die missbrauchten
Schülerinnen zu entschädigen und zu besänftigen. Solches dem Lehrer ihres Lehrers zu berichten, hatten
sie vergeblich versucht, sodass sie schliesslich enttäuscht abzogen und zwar direkt in die grosse
spirituelle Freiheit.
Diese letzten Spenden für die Vollendung eines gigantischen Tempelbaues in dem
neuen Buddha-Land hatte dieser Prajnatara des 20. Jahrhunderts einst gesammelt. Und nun waren die
Spendengelder stattdessen auf so schändliche Weise missbraucht worden. Auf verschlungenen Wegen waren
schon früher Andeutungen darüber und über andere Vorwürfe zu ihm gelangt, aber er sagte kein Wort der
Missbilligung, sondern schwieg. Bis er vom letzten Vorwurf hörte: Dieser Bodhidharma unseres Jahrhunderts
habe - kurz gesagt - ihn, seinen Lehrer, der ihn doch zur Erleuchtung geführt hatte, schlecht gemacht.
Damals lebte dieser 85jährige Greis, der dies schreibt, als junger, hingebungsvoller aber leider ziemlich
dummer Laienmönch im Kloster Soen Roshis (Prajnatara, Lehrer Bodhidharmas unseres Jahrhunderts) und
besuchte voller Vorfreude die Klause des Abtes, wenn auch nur aus völlig profanem Anlass, Hilfe in
Visaangelegenheiten. Als das erledigt war, geschah etwas mir völlig Unbegreifliches: der Abt sprang
auf von seinem Sitz, schob die Fenster seiner Klause zu und tanzte singend durch den kleinen Raum:
If i were a rich man, yubby dibby dibby dibby dam… Dann setzte er sich wieder und erzählte, dies sei
aus einem Musikal, das er in New York erlebt habe und das ihm so gefallen habe, dass er es 8 mal besucht
habe. Fiddler on the roof.
Das traf mich bis ins Herz. Ein spiritueller Meister, der von einem simplen
Musikal so begeistert ist, dass er es gleich 8 mal besucht und sogar das Textheft, das er mir zeigte,
dazu besorgt. Ich war doch schon tief betroffen, dass er die Schüler des schrecklichen Bodhidharmas
unseres Jahrhunderts, die den weiten Weg gekommen waren, um ihm zu berichten und um Hilfe zu bitten,
dass er diese Schüler seines Hauptschülers nicht mal empfängt! Und ob und was er gegen diesen Gauner
unternommen habe, war die grosse Frage. Statt dort nach dem Rechten zu schauen, besuchte er begeistert
ein kitschiges Musikal! (Es ist keineswegs kitschig, was ich nun im hohen Alter verstehe - und nicht nur
das)
Damals war dies der Moment, wo ich - zuerst nur im Geist, dann tatsächlich - der kleinen Gruppe der
Schüler aus dem neuen Buddha-Land in die, wie ich mir einbildete, geistige Freiheit folgte.
Der dies schreibt, ist ein 85jähriger, dementer Greis, der in seiner Jugend auf überhebliche Weise seinem Land
und seinem Vater und der Geschichte deren unvorstellbar entsetzlichen Erleuchtung davongelaufen war auf
der Suche nach der „wahren Erleuchtung“ und in Japan seinen spirituellen Vater fand, der aber im Gegensatz
zu allen anderen Meistern, nur von der „sogenannten“ Erleuchtung sprach. Schlimmer noch, dieser Kloster-Abt
verehrte ausdrücklich und an erster Stelle Boddhisattvas, die bekanntlich aufs Nirvana verzichten, um
Anderen zur Erleuchtung zu helfen, sagte aber auch: „Die wahre Erleuchtung ist der Verzicht auf die
Erleuchtung. “
Mag sein, dass die westliche Wissenschaft irgendwann dahinterkommt, wo was abläuft, das
Propheten alle möglichen und unmöglichen Stimmen hören lässt, Künstler sich ausdrücken lässt, Revolutionen
zum Guten, wie auch zum Schlechten befeuert und Offenbarungen auf allen Gebieten auslösen kann. Und welche
Drogen Ähnliches bewirken können. Und es scheint möglich, dass diese erleuchteten Ausnahmezustände auf
ähnlichen oder gar identischen Abläufen beruhen, die vielleicht vor sehr langer Zeit Allgemeingut waren.
Und welche Umstände begünstigen oder bremsen, interessiert ebenso, wie über viele Jahrtausende Methoden
der Auslösung, Steuerung und Beendigung erfunden wurden. (Meditation)
So naheliegend es ist, dass ausnahmslos
alle Religionen den gleichen Auslöser haben, den verschiedenen Bedürfnissen entsprechend angepasst,
offensichtlich ist, auch wenn die Anfänge meist moralisch und gutmütig waren, dass immer und regelmässig
Macht und Geld mit allen üblen Folgen ins Spiel kamen. Organisation, Hirarchien, Besitz …Die Erleuchtung
wurde dabei scheinbar hochgehalten und gepflegt, verborgen und im Geheimen aber wurde auch dieser Leitstern
verdunkelt, indem er der Allgemeinheit abgesprochen und nur Hochwürden vorbehalten wurde.
Es geschah genau zu der Zeit, dass im Westen der Verlust der eigenen Erleuchtung mit Blick Himmelsrichtung Westen zu den
Ländern des Ostens nichtmehr als Befreiung erlebt wurde, sondern als schmerzhafter Verlust. Naive Berichte,
wie Westler dort die Erleuchtung gefunden hatten (etwa Kapleaus 3 Pfeiler) lösten eine regelrechte
spirituelle Völkerwanderung in beide Richtungen mit grossen Erwartungen aus, Bringen der Erleuchtung in
den Westen und Holen der Erleuchtung aus dem Osten. Wobei wir leider gerade auf die Religion reinfielen,
die ihre Dekadenz am gekonntesten versteckt hat, den Zen-Buddhismus.
Es gab nur 2 relatively unverdorbene
Botschafter der Erleuchtung: Der Japaner Nakagawa Soen Roshi, der aber als Klosterabt zu schmerzlichsten
Kompromissen gezwungen wurde, vor denen er sich regelrecht versteckte und woran er zuletzt zerbrach und das
russisch-japanische Findelkind - der spätere Nyogen Senzaki, der in den USA ein echtes, wunderbares Leben als
Wandermönch geführt hat. Er sprach im scheinbaren Gegensatz zu Soen Roshi sehr offen und belehrend über die
Erleuchtung, während Soen dieses Wort vermied und wir uns auf „Ein neues Leben“ einigten. Auch das Wort Zen
wird derzeit auf vielfältige Weise missbraucht, dass man es vermeiden sollte. Überhaupt sollte ich das
Wortemachen über Dinge, die ich nicht verstehe, vermeiden, wo es doch sowieso kaum noch geht und das
Bildermachen gleich mit. Das schreibt hier ein alter Mann, der die Fenster seiner Homepage schliessen wird
und sich zum Abschied vorbereitet, wie Soen Roshi die Fenster seiner Klause zuschob, was ich nun im Alter
nach langem Nachsinnen verstehe als Schutz vor Unbefugten, zu denen ich aber doch auch gehörte, der ich mir
einbildete, Soen mir zurufen zu hören: „Endlich versteht mich einer“. Oder hat er das viel eher seinem
Hauptschüler, der so weit vom Weg abkam, zugerufen und ihn gerade dadurch auf den rechten Weg zurückgeführt?
Leider hat dieser alte und kranke Schreiber seit langem alle Kontakte abgebrochen und sich zum Meditieren
zurückgezogen, wie Soen Roshi oft und lange, sodass ich nicht mitbekommen habe, wie Soen Roshis Lehre Früchte
trug, wenn er mich dazu inspirierte, bei seinem Gesang statt rich wise zu verstehen.
Auf ähnliche Weise
möchte ich mich von dem Weltbürger Georg Dibbern inspirieren lassen.
Seine eigene Flagge - rotes Kreuz für
Christus, blauer Kreis für Buddha - enthält einen kleinen Stern, der eine Anregung für Jedermann sein will,
seinem je eigenen Stern zu folgen.
Bei mir ist es mein sog. Weltornament, befreit vom Drumherum, sodass ein
tanzendes, zärtliches Kreuz entsteht, um endgültig und für immer das Nichts zu umarmen.
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